Gemeinschaftslesung in Wiesbaum

Gemeinschaftslesung in Wiesbaum

Gemeinschaftslesung in Wiesbaum

Gestern, am 20. Juni, trafen sich 4 Autoren an einem besonderen Ort zu einer Gemeinschaftslesung. Dieser besondere Lesungsort war die „Alte Kirche“ aus dem 12. Jahrhundert am Friedhof in Wiesbaum. Der romanische Innenraum war voll bestuhlt und die gute Akustik trug die vorgelesenen Geschichten auch in die hintersten Sitzreihen. Das Rathaus Café aus Hillesheim sorgte für Häppchen und Erfrischungen, wobei zu letzterem auch die dicken Mauern der Kirche beitrugen. Vereinzelt wurde der Wunsch nach Glühwein vernommen. Manch ein Zuhörer wurde in eine Decke gehüllt gesichtet. Dies tat der Aufmerksamkeit keinen Abbruch, wovon der überzogene Zeitplan zeugte. Auch ein Büchertisch fehlte nicht und wurde rege in Anspruch genommen. Im Anschluss an die Lesung ergaben sich angeregte Unterhaltungen zwischen Autoren und Zuhörern. Organisiert wurde dieses Event von Manuela Wirtz, die Autoren und Begleitung anschließend zu Würstchen und Kartoffelsalat in ihr Haus einlud. Eine rundherum gelungene Veranstaltung, die bereits 3. dieser Art, denn Manuela Wirtz organisiert die Lit-West bereits seit 3 Jahren.

Gerrit Fischer

 

Zuerst las Gerrit Fischer aus seinem Buch „Adria-Express“. Eine Lesereise in den Süden. Ein junger Mann macht sich auf den Weg nach Italien und berichtet über Erlebnisse und Begegnungen, auch mit sich selbst. Gerrit Fischer las und erzählte nachdenkliche und amüsante Momente dieser Reise. Er verstand es mit Worten Bilder zu malen und seine Zuhörer ganz eintauchen zu lassen in die Orte des Geschehens.

 

 

Andrea Tillmanns

Andrea Tillmanns las aus ihrem zweiten Zülpich Krimi „Mörderische Saitensprünge“ und nahm die Zuhörer mit zu den Erlebnissen einer Frau, die zum wiederholten Male, scheinbar zufällig, in einen Mordfall involviert ist. Ein kurzweiliger Krimi für Leser, die sich ohne Blut, Gewalt und Thrill unterhalten möchten.

 

 

Maryanne Becker

 Maryanne Becker las aus ihrem Buch „Fräulein Engel“. Eine Geschichte über eine Frau, die versucht gegen alle Widerstände authentisch zu sein und dafür die Repressalien ihrer Mitmenschen zu ertragen. Beleuchtet wurden u. a. Geschehnisse in der Grenzregion zu Belgien während des Zweiten Weltkrieges. Sachlich, aber nicht emotionslos nahm Maryanne Becker die Zuhörer mit in die Vergangenheit.

 

Alfred DietrichJa und ich, Alfred Dietrich, begann meine Lesung aus „Clara, das Huhn mit der Gitarre oder die geheime Macht des Unbewussten“ mit Berichten aus meiner Studienzeit. Anschließend erzählte ich von meinen Erfahrungen mit den unterschiedlichen Herangehensweisen von Medizinern und Physikern bei ihren Untersuchungen und den daraus resultierenden Ergebnissen und Theorien. Ich sprach auch über meine Erfahrungen aus den Praxisalltag und las einige Zitate berühmter Wissenschaftler, Physiker und Mediziner zum Thema Geist und Materie, Psyche, Bewusstsein und Unterbewusstsein.

Wie bei vorherigen Lesungen waren die Zuhörer erstaunt über meinen Bericht in dem Kapitel „Der Versuch des Benjamin Libet oder: Wer ist es, der da denkt?“ „Die Macht des Unbewussten ist gewaltig. Wir sind die letzten, die erfahren, was unser Gehirn vorhat und wie es uns beeinflusst.“ Bei dem Kapitel „Durch die Wüste“ sprach ich über Verantwortung und spontane Entscheidungen und wer diese trifft. Darf in einer Friedhofskapelle eigentlich gelacht werden? Nun, meine Ausführungen zu Urlaubsgestaltung und Lebensplanung eines Studenten und wie es ganz anders kam, führte jedenfalls dazu.

Das Resüme meines Buches und das Nachwort machte die Zuhörer wieder nachdenklich:

„Wir leben nun einmal in einem wissenschaftlich geprägten Zeitalter und wollen für alles, auch für das Mystische, scheinbar Unerklärliche eine Erklärung finden. Zugleich steckt tief in jedem von uns die Sehnsucht nach einem verborgenen Sinn des Lebens. Der „tiefgläubige Atheist“, als der ich mich in jungen Jahren gerne selbst bezeichnete, um meinen Spott gegenüber Gläubigen zum Ausdruck zu bringen, hat sich selbst geändert. Aus dem Saulus wurde ein Paulus. Dass es eines Tages ausgerechnet die Naturwissenschaften sein würden, die die Grundlagen für diese Veränderung in mir hervorrufen, damit hätte ich nie gerechnet.Und daher erscheint mir dies als eine große Chance für uns alle, unsere Einstellung zur Welt, die gegenwärtig allzu materialistisch geprägt ist, zu ändern. Wieder Vertrauen haben, sich geborgen fühlen in dieser scheinbaren Welt kalter Materie, die in Wirklichkeit voller Leben und voller Liebe ist, auch wenn die täglichen Nachrichten nur so von Grausamkeit strotzen. Diese Nachrichten zeigen nicht die ganze Wirklichkeit. Die andere Seite ist die des Mutes, der Entschlossenheit und der Bereitschaft zahlloser Menschen, sich unter dem Einsatz des eigenen Lebens für eine bessere Welt einzusetzen. Das sollten wir nie vergessen.“

Zuhörer

Ich hatte auch bei den anschließenden Gesprächen den Eindruck, dass wir alle den Zuhörern einen abwechslungsreichen, lohnenden Abend beschert haben. Mir jedenfalls hat es Spaß gemacht, zusammen mit netten Kollegen den Abend zu gestalten. Mein Dank gilt auch Manela Wirtz, die diese Veranstaltung möglich gemacht hat.

 

 

Herzlichst Alfred Dietrich

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